Sardiniens flüssiges Gold

Sardiniens flüssiges Gold

Warum der Winterregen ein Segen für die Insel ist

Wenn der Wind den Duft von feuchter Erde und wildem Rosmarin durch die Gassen trägt, wissen wir: Sardinien atmet auf. Während viele bei „Regen im Urlaub“ an graue Tage denken, sehen wir Einheimischen und Inselverliebten darin etwas ganz anderes – das Erwachen des Lebens.

Die grüne Insel im Winter

Die Natur füllt ihre Speicher

Der Winter auf Sardinien ist traditionell die Zeit der Erneuerung. Unsere Invasi (Stauseen) sind das Lebenselixier der Insel. Anders als in den Alpen, wo die Schneeschmelze die Bäche füllt, sind wir hier zu 100 % auf den winterlichen Niederschlag angewiesen. In diesem Jahr meint es der Himmel besonders gut mit uns: Die Regenmengen sind perfekt verteilt. Kein zerstörerischer Starkregen, sondern sanfte, stetige Gaben, die tief in die kalkhaltigen Böden einsickern und das Grundwasser nähren.

Das antike Nuraghen-Brunnenheiligtum Santa Cristina auf Sardinien – Zeugnis der jahrtausendealten Verehrung von Wasser als Lebensquelle.
Das antike Nuraghen-Brunnenheiligtum Santa Cristina auf Sardinien

Eine Geschichte von Quellen und Mythen

Wasser war auf Sardinien schon immer heilig. Wusstest du, dass die Nuraghen-Kultur vor über 3.000 Jahren beeindruckende Heilige Brunnen wie Santa Cristina baute? Für die alten Sarden war Wasser nicht einfach nur eine Ressource, sondern eine Gottheit. Auch heute noch spürt man diese Ehrfurcht, wenn man an den eiskalten Bergquellen des Supramonte seine Flasche füllt. Wer einmal das Wasser direkt aus der Quelle Su Gologone gekostet hat, versteht, warum die Sarden so oft so alt werden – es ist pure Energie.

 

Der Ausblick: Das große Blühen

Das Beste an diesem sanften Winterregen? Er bereitet die Bühne für ein Spektakel vor. Da die Feuchtigkeit dieses Jahr so gleichmäßig kam, dürfen wir uns auf einen Frühling freuen, der seinesgleichen sucht. Die Macchia wird in einem Grün leuchten, das fast unnatürlich wirkt, und der Duft der Zistrosen und des Ginsters wird intensiver sein als je zuvor.

Und die gute Nachricht für alle Sonnenanbeter: Die Wolken haben ihre Arbeit fast getan. Ab nächster Woche übernimmt wieder der Maestrale, fegt den Himmel rein und lässt die Sonne über einer frisch gewaschenen, smaragdgrünen Insel strahlen.

Machmal braucht das Wasser auch 2 - 3 Tage um abzufliessen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert